Projekt: Gusti Hecht


Gusti Hecht (19031950), Architektin und Journalistin

Gusti (Auguste) Hecht wurde in der Tschechoslowakei geboren

studierte ab 1922/23 Architektur in Wien

gewann 1929 zusammen mit Hermann Neumann den 1. Preis zum Neubau der Synagoge in der Klopstockstraße in Berlin

entwarf im Mai 1931 mit dem künstlerischen Leiter der Firma Friedmann & Weber die Möbeleinrichtung der Sommerschau von Rudolf Mosse im Deutschlandhaus am Berliner Reichskanzlerplatz

arbeitete ab August 1931 als Bildredakteurin beim Berliner Tageblatt und dem Welt-Spiegel, ab Nr. 41 v. 11. Oktober 1931 als verantwortliche Redakteurin des Welt-Spiegels; am 1. Oktober 1933 verantwortete sie zum letzten Mal das Heft

veröffentlichte in den folgenden Jahren Artikel vor allem in der C.V.-Zeitung

emigrierte 1936 nach Südafrika

heiratete dort Ernst Koenigsfeld (Chemiker?)

starb am 17. Dezember 1950 in Johannesburg/Südafrika


Viel mehr ist mir bisher über Gusti Hecht nicht bekannt. In der Literatur zu Carl von Ossietzky wird erwähnt, dass er den letzten Abend vor seiner Verhaftung am 27. Februar 1933 mit Freunden bei ihr verbrachte und sie in den folgenden Jahren zu den Frauen – neben Milly Zierker und Hilde Walter, die aber bald ins Exil gingen, und Hedwig Hünicke – gehörte, die Kontakt zu Ossietzky hielten und wichtige Informationen an den "Freundeskreis von Ossietzky" weiterleiteten.

Recherchen in der C.V.-Zeitung ergaben, dass Gusti Hecht dort bis zum Sommer 1936 regelmäßig veröffentlichte, in der letzten Ausgabe des Jahres gibt sie einen Bericht aus Kapstadt. Auch in den folgenden Monaten erscheinen von ihr kurze Meldungen zu Südafrika, im März 1938 eine ausführliche Darstellung des Lebens im Exil. Als letztes ist im Juni 1938 ein Artikel von ihr nachweisbar, die C.V.-Zeitung erscheint im November 1938 zu letzten Mal.

Ruth Weiss, die ebenfalls viele Jahre in Johannesburg lebte, erwähnt Gusti Hecht in ihren Autobiographien zwei Mal. Sie berichtet, dass Gusti Hecht in Johannesburg ein Café in österreichischem Stil betrieben habe, und von ihrem Tod. (Ein Lied ohne Musik. Politische Autobiografie, Gelnhausen, Berlin 1981; Wege im harten Gras. Erinnerungen an Deutschland, Südafrika und England, Wuppertal 1994)

Auf Totenbescheinigungen wird Ernst Koenigsfeld als Ehemann der Verstorbenen angeführt.


Über weitere Informationen und Hinweise dazu, wo welche gefunden werden könnten, würde ich mich sehr freuen.

______________________________ Karen Peter

Wissenschaftliche Dokumentation und Publikation

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